Dunkelzwergs Podium der Berichterstattung
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Autor Thema: Noch einmal kräftig durchgeladen !!! *Schmähschrift 1.02*  (Gelesen 1373 mal)
Herr Fuchs
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Hügelriese
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« am: Dezember 24, 2005, 05:46:22 »

Liebe Freunde des Forums!

Nun ist es also soweit. Die besinnlichsten Stunden des Jahres rücken in greifbare Nähe und bei so manch einem von Ihnen brennen bereits, vor der Beschehrung, die Lichter. Diejenigen, die während des 5. Pilseners das Gefühl überkommt etwas an ihrem Leben ändern zu müssen, damit alles besser wird, sollten versichert sein, dass sie im Irrtum sind und nur der Weingeist aus Ihnen spricht. Es wird nämlich nicht besser, liebe Freunde, und Ihr Leben bleibt auch morgen ebenso trostlos, wie es heute ist. Ich bitte sie nun davon abzusehen, mit Gebäck nach dem Monitor zu werfen, denn das ändert  an der Gesamtsituation überhaupt nichts. Die Vernünftigen unter Ihnen haben für den heutigen Abend bereits, bei dem Waffenhändler Ihres Vertrauens, vorgesorgt. Dazu kann ich sie nur beglückwünschen. Diese Entscheidung ist gut durchdacht, und auch richtig! Verschwenden sie auch bitte keinen Gedanken an die Hinterbliebenen, suhlen Sie sich einfach nur aus tiefstem Herzen in Ihrem Trog aus Selbstmitleid!

Leser(schniefend): „ Wen würde es denn interessieren, wenn ich nicht mehr da sein sollte?"

Genau! Niemanden würde es interessieren! Ihre Frau? Falls es Ihnen ein Trost sein sollte seien Sie versichert, dass nach kurzer Zeit schon jemand finden wird, der die wenigen fleischlichen  Vorzüge Ihrer Gattin zu schätzen weiß.  Was zögern Sie denn dann noch?

Leser(heulend): Aber die Kinder?...

Die Kinder? Ich bitte Sie! Vater Staat hat schon viele Mäuler großgezogen, da kommt es auf die auch nicht mehr an! Falls es Ihnen ein Trost sein sollte; von den vier Balgen sind sowieso höchstens zwei wirklich von Ihnen. Jetzt mal Hand aufs Herz: Hat es Sie, als gestandenen Mitteleuropäer, der seinen hohen Intellekt schon in so mach überteuertem Bierzelt in München beweisen musste,  denn nie verwundert, dass zwei Ihrer Kinder schwarz sind?

Leser(grübelnd): „ Naja, die spielen halt oft an der Sonne und der große Jimmy  von der US-Airbase kümmert sich auch immer ganz toll um sie, obwohl es nicht seine Eigenen sind…“

Nana, wir wollen doch nicht noch so kurz vor dem Abpfiff  an den Osterhasen glauben, oder? Gerade in Ihrer jetzigen Situation sollte es Ihnen doch ein großes Maß an Zuversicht  schenken,  dass Ihre Kinder niemals auf Sie heruntersehen werden, während Sie von Hartz IV-VII gezeichnet, irgendeine Randgruppe für Ihr persönliches Versagen verantwortlich machen und sich währenddessen  leicht einnässen?

Leser(mit einem Tuch zwischen den Beinen wischend):  „ Stimmt doch auch! Du Arsch! Wenn die mich nicht wegen  dem schwulen Klaus entlassen hätten..! Zehn Jahre war ich in der Firma und habe nie vor der Frühstückspause Schnaps gesoffen. Was kann ich denn auch  dafür, wenn  der Klaus  nie mit uns saufen wollte ..“

Ich merke schon, liebe Leser, Sie sind immer noch etwas unsicher und unentschlossen! Vorwärts, nur Mut! Einmal kräftig durchladen und die halbe Miete ist  eingefahren. Jetzt ist einfach keine Zeit zum Überlegen, jetzt muss entschlossen gehandelt werden und Sie sind am Zug.

Leser(zögernd): ich weiß nicht recht. Ich habe mir ja für das neue Jahr einiges vorgenommen…

Na schön! Ich sehe wir kommen so einfach nicht weiter. Fragen wir mal anders: Wer unter Ihnen ist denn aufrichtig davon überzeugt, hier in diesem Beitrag, nicht angesprochen zu sein? Kommen Sie, Hand aufs Herz. Ein bis zwei sitzen doch jetzt sicherlich vor dem Rechner, während die Hose langsam reißt und das 8.Pilsener noch nicht richtig wirkt, und glauben fest an die Zukunft.
 
Fiktiver Leser(entschlossen): „ Mir würde so etwas nie passieren, ich bin beruflich erfolgreich, meine Beziehung funktioniert."

Aha! Das ist also der Dank dafür, dass ich Ihnen einen Weg aufzeige, der Ihnen wirklich weiterhilft. Sie sollten froh sein, dass Sie jemand darauf aufmerksam gemacht hat, dass 13 tapfere und standhafte Zentimeter kein Garant für eine stabile Beziehung sind! Können Sie so unehrlich zu sich selbst sein? Lassen Sie Ihren Blick ruhig noch etwas auf dem Abzug verweilen, das schadet nie. Machen sie sich auch keine Sorgen um die Schweinerei, da findet sich schon jemand, der die beseitigt. In der Firma war ja auch immer einer da, der Ihre leeren Bierflaschen beseitigt hat!

Leser(fragend): „ Und die ganze Sauerei macht auch wirklich jemand weg?

Na klar macht die jemand weg und es entstehen Ihnen dadurch auch keine Mehrkosten, nicht so wie bei Ihrem völlig überzogenen Konto, nachdem Ihre Frau alles und noch mehr abgehoben hat, um mit Jimmy nach Virginia zu fliegen.

Leser(zögerlich): Der wollte Ihr doch nur mal seine Heimat zeigen und Sie kommt doch sonst nur so selten raus. Nächste Woche will sie schon wieder zurück sein.

Ja genau! Nächste Woche trifft sich gut! Dann hat auch Tante Ilse Geburtstag und es gibt wieder Sahnekuchen! Blödmann!

Leser(erstaunt): „Oh, ich noch daran denken ein Geschenk zu kaufen..“

Ich sehe, es dauert noch etwas, bis in diesem dunklen Keller eine kleine, recht schwache Glühbirne zu leuchten beginnt.

Leser(beginnt wieder zu heulen)

Lassen Sie ruhig alles raus, das hilft.

Leser(hadernd): „ Aber wenn die anderen nicht gewesen wären, dann“ …

Natürlich gebe ich Ihnen Recht, es sind immer die anderen Schuld. es hätte alles besser laufen können, wenn....! Aber was nutzt Ihnen denn diese Erkenntnis jetzt noch? Sie belasten sich doch nur noch unnötig, es ist doch schon fast geschafft. das Ziel ist zum Greifen nahe! Was sollen denn jetzt Ihre Freunde denken, wenn Sie auf halbem Wege kneifen? Denen könnten Sie doch jetzt zum ersten Mal wirklich beweisen, was in Ihnen steckt, dass  Sie wirklich   ein ganzer Kerl sind und das auch noch an Weihnachten. Überlegen Sie sich die Größe Ihres Triumpfes. Es wäre doch ein grober Fehler, jetzt in die Nachspielzeit zu gehen, oder? Ja, das tut weh, aber glauben Sie mir, ich weiß, was am besten für Sie ist.

Leser(widersprechend): „ Aber meine Älteste hat doch jetzt eine Lehrstelle in meiner alten Firma bekommen und sie versteht sich doch auch so gut mit meinem ehemaligen Chef und …“

Aha, schon wieder ein Trugschluss. Hat es Sie nie gewundert, dass Ihre Tochter stundenlang alleine beim Chef im Zimmer war, während Sie auf der Galeere ruderten?

Leser(unsicher): Aber Sie hat Ihm doch morgens immer Kaffee gebracht…

In den Sie vorher hineingepisst haben!

Leser(schreiend): Die dumme Sau hat es doch auch verdient…

Natürlich wissen wir beide, dass er es verdient hat. Viele Ärzte setzen die morgendliche Pisse auch zum Heilen von Hautkrankheiten ein oder gießen Ihre Topfpflanzen damit, aber das ist jetzt nicht der Punkt. Der Punkt ist, dass Sie seit zwei Jahren kein Weihnachtsgeld mehr bekommen aber Ihre Tochter seit zwei Jahren einen Porsche fährt.

Leser(den Tränen wieder nahe): „ Na, die ist halt fleißig und macht viele Überstunden und so“

Genau! Und wenn sich Ihre Tochter unter dem Schreibtisch des Chefs befindet, dann sucht sie dort auch NUR nach dessen Brille.

Leser(in Tränen aufgelöst): Na und  Du Arsch, der braucht eben seine Brille zum Lesen der Geschäftsbriefe.

Ja, und er brauchte sie auch zum Schreiben Ihrer Kündigung. Ich denke Sie verstehen langsam und wissen was zu tun ist. Seien Sie sparsam mit der Munition, denn Müll belastet die Umwelt und Umweltschutz ist eine sehr wichtige Sache.

Für den Rest des Abends wünsche ich Ihnen allen Besinnlichkeit und ein gutes Zielvermögen!

Hochachtungsvoll
Herr Fuchs


http://www.ferdolts.blogspot.com/
=> Das offizielle Ende der Spaßgesellschaft




Die Nacht vor dem Heiligen Abend,
da liegen die Kinder im Traum.
Sie träumen von schönen Sachen
und von dem Weihnachtsbaum.


Und während sie schlafen und träumen,
wird es am Himmel klar,
und durch den Himmel fliegen
drei Engel wunderbar.


Sie tragen ein holdes Kindlein,
das ist der Heilige Christ.
Es ist so fromm und freundlich,
wie keins auf Erden ist.


Und wie es durch den Himmel
still über die Häuser fliegt;
schaut es in jedes Bettchen,
wo nur ein Kindlein liegt.


Es freut sich über alle,
die fromm und freundlich sind,
denn solche liebt von Herzen
das liebe Himmelskind.


Heut schlafen noch die Kinder
und sehen es nur im Traum.
Doch morgen tanzen und springen
sie um den Weihnachtsbaum.




 

« Letzte Änderung: September 26, 2008, 03:52:00 von Herr Fuchs » Gespeichert

Fröschli
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« Antworten #1 am: Dezember 26, 2005, 04:56:05 »

Ich finde eine solche Aufforderung für die Weihnachtsfeiertage sehr unpassend. Die Formulierungen allerdings waren ganz gut! Sehr sarkastischer Humor! Konnte aber nur ein wenig lachen!  Augen rollen
« Letzte Änderung: Dezember 26, 2005, 10:46:28 von Fröschli » Gespeichert
Dunkelzwerg
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Wir SAUFEN bis wir umfalln! Wir SAUFEN bis wir ...


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« Antworten #2 am: Dezember 27, 2005, 01:53:43 »

Gratulation Herr Ferdinand für diesen durchaus gelungenen sarkastichen Artikel!

Sie haben es sowohl inhaltlich als auch stilistisch gemeistert, den Geist von Weinachten mit dem obligatorischen Selbstzweifel eines Menschen, gerade zum Jahresende hin, in Einklang zu bringen. Denn was, verehrter Herr Ferdinand, ist denn Weihnachten anderes, als die Zeit der Besinnung? Richtig! Gerade wenn man, losgelöst vom Alltagsstress, einmal die Zeit findet in sein Inneres zu blicken (und damit meine ich nicht notwendigerweise den mit Plätzchen, Gänsebraten und Glühwein gefüllten Magen), beginnt die Selbstzufriedenheit langsam zu bröckeln. Dabei tragen die nörgelden Kinder, die nervigen Verwandten, der halbtote Baum im Wohnzimmer, die Zerrbilder seiner selbst auf der Oberfläche der Christbaumkugeln und das kalorienreiche Essen nicht unbedingt zu einer positiveren Sicht der Dinge bei. Den Rest tut dann der Wein oder das Bockbier. Ganz klar, emotional geschädigte Menschen neigen an Weihnachten eher zu suizidalen Handlungen, was Sie in Ihrem Artikel sehr schön dargestellt haben. Nachdem ich Ihren Artikel gelesen habe konnte ich sogar ein bis zweilmal lachen, z.B. über
Zitat
Einmal kräftig durchladen und die halbe Miete ist eingefahren.
Weniger komisch fand ich hingegen
Zitat
Ein bis zwei sitzen doch jetzt sicherlich vor dem Rechner, während sich langsam der oberste Knopf des Hosenbundes löst und das 8. Pilsener seine Aufgaben zu erfüllen beginnt.
(wahrscheinlich weil ich mich angesprochen fühle, vielleicht auch, weil das Stilmittel Pilsener in dem Text zu oft verwendet wird)
Also ein rundum gelungener Text, ein Wegweiser für Unentschlossene und für alle Standhaften, die sich in ihrer Eigenliebe suhlen, zumindest ein kleiner Denkanstoss oder auch Hirnschuss!
« Letzte Änderung: Dezember 27, 2005, 01:58:49 von Dunkelzwerg » Gespeichert

LITANY AGAINST FEAR

I must not fear.
Fear is the mind-killer.
Fear is the little-death that brings total obliteration.
I will face my fear.
I will permit it to pass over me and through me.
And when it has gone past I will turn the inner eye to see its path.
Where the fear has gone there
Herr Fuchs
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« Antworten #3 am: Dezember 27, 2005, 02:11:28 »

Ich danke Ihnen für die wärmenden Worte Herr Zwerg
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PapaKai
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303430205 KaiGinseng
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« Antworten #4 am: Januar 06, 2006, 05:11:46 »

Najo meine Meinung habsch ja per Mail kundgetan -.-
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kamelin
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« Antworten #5 am: Juli 14, 2006, 12:01:02 »

Ich fürchte ich habe einen merkwürdig schrägen Humor - hab mich weggeworfen vor Lachen.
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Herr Fuchs
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« Antworten #6 am: Juli 14, 2006, 12:04:19 »

ja, ja, über Humor lässt sich bekanntlich nicht streiten. Diese nette Geschichte zum Heiligen Abend hatte jedoch nicht nur positive Resonanzen, nicht wahr Herr Gai? *hüstel*
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Fröschli
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« Antworten #7 am: Juli 14, 2006, 07:54:44 »

Ich bleibe bei meiner Meinung!  Cool
Herr Fuchs hat hier ein unpassendes Thema zu Weihnachten gebracht. Der Humor ist übel und Leute mit ernsten Problemen könnten noch mehr in die Hoffnungslosigkeit verfallen. Gott sei Dank, wurden die Texte ja später besser und hatten nicht mehr soviele schwarze Seiten.  Smiley 
« Letzte Änderung: Juli 14, 2006, 08:06:06 von Fröschli » Gespeichert
Herr Fuchs
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« Antworten #8 am: September 20, 2006, 05:48:09 »

Die Weihnachtsgeschichte, jetzt mit 30% mehr Kommas

Sie lesen richtig, werte Gemeinde, der Text wurde überarbeitet und kann nun in jedem guten Schulbuch, einer Hilfsschule,  verwendet werden. Als besondere Überraschung, hat der Autor auch einen zusätzlichen kleinen Lacher eingebaut. Der ist allerdings gut versteckt und wird nur den größten Anhängern der Serie ins Auge stechen. Viel Spaß weiterhin beim Lesen

Ihr
Herr Fuchs   

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