Dunkelzwergs Podium der Berichterstattung
März 18, 2010, 12:33:09 *
Willkommen Gast. Bitte einloggen oder registrieren.

Einloggen mit Benutzername, Passwort und Sitzungslänge
News:
Starcraft 2 Closed Beta gestartet!!!
Starcraft 2 LAN 2010 - Jetzt anmelden und tolle Preise gewinnen!!!
 
   Übersicht   Hilfe Suche Einloggen Registrieren  
Seiten: 1 [2]
  Drucken  
Autor Thema: Das Kapital *Schmähschrift 1.05*  (Gelesen 1798 mal)
IceW
Bergtroll
*****
Beiträge: 272


240387802
Profil anzeigen
« Antworten #15 am: Juli 02, 2006, 03:45:33 »

Hab mir nur mal Luft gemacht,

mein Problem ist nicht der, der die Lücken ausnutzt!
Das ist unser Job unseren Mandanten Geld einzusparen! Somit verdiene ich als Steuerberater mein Geld.
Kein Unternehmer kommt alleine auf solche Lücken, die können die Locher für Türen und Fenster in der Wand machen, wir stellen die im Gesetz fest!

Da fällt mir ein, dass eine durch einen Steuerberater erstellte Steuererklärung durchschnittlich EUR 500,00 mehr Steuererstattung einbringt!  Schockiert

Mein Problem ist die Ungerechtigkeit im Steuersystem, wie gesagt, versuch mal deinen Golf on der Steuer abzusetzen...

Klar brauchen wir Firmen mit Liqidität, nur keine von denen hat 10 Porsche oder 5 Yachten oder auch nur 1 Arbeitnehmer der "unnötig" wäre, weil sein Berater im irgenwie Kosten ersparte, was mehrmals täglich passiert, wenn auch nicht immer in diesen Dimensionen oder anderen Gründen (abgesehen von weinigen Aussnahmen, die eher im Mittelstand angesiedelt sind oder der Staat  Zwinkernd). 

Eher umgekehrt, trotz Mrd.-Gewinnen Personalabbau, wo wir wieder bei Herr Wurm wären, der sein Leben lang Überstunden plotzt und eigentlich für 3 arbeitet und am Ende durch eine Maschine ersetzt wird...

Einige "Reiche" engagieren sich wiederum sozial und/oder für die 3. Welt, hier (in der BRD) wird dadurch nur wenigen geholfen!

Egal wo die Kohle herkam, bei den wenigsten war wohl die Ursache Finanzamtsirrtum zu ihren Gunsten ziehe bitte EUR 500.000,00 ein...

Natürlich passiert nix, wenn wir Paris anzünden gibts nur Krieg  :'(

Schreib trotzdem den Leserbrief!
Gespeichert

-- Demokratie ist nur die anerkannteste Form von Ungerechtigkeit --
Herr Fuchs
Moderator
Hügelriese
*****
Beiträge: 998



Profil anzeigen
« Antworten #16 am: Juli 02, 2006, 04:04:35 »

@IceW
Ich bin froh, dass dieser Text die Gemüter so erregen konnte, da ich damit erkenne, dass ich die Leute durch meine Schriften erreiche. Der nächste Text, der bereits heute Abend um 19.00 Uhr online geht, wird wieder ausschließlich zum Lachen sein und keinen besonderen Tiefgang enthalten  Zwinkernd
Was denkst Du würde passieren, wenn ich kleiner dicker Schreiberling aus einem kleinen Kuhdorf irgendwo in der Provinz einen Brief an diejenigen schreibt, die oralen Verkehr mit dem Kapital besitzen? Lies Dir doch mal die Leserbriefe in unserer saarländischen Tageszeitung durch. Die sind oftmals auch sehr gut geschrieben. Als Antwort kommt dann meistens:" Hallo lieber Herr Dumm, schön, dass Sie uns Ihren geistigen Abfall zugesendet haben. Wir sind sehr froh ihn veröffentlichen zu dürfen um Ihnen auf diesem Wege mitteilen zu können, wie wenig Verstand und Ahnung Sie doch haben. Schreiben zu uns ruhig öfters, da wir uns über Ihren Schwachsinn grenzenlos amüsieren können! Hochachtungsvoll Herr Geil (Reichsführer-SS)
Gespeichert

TerranPower
Waldelf
****
Beiträge: 162



Profil anzeigen
« Antworten #17 am: Juli 03, 2006, 09:29:29 »

@IceW:
1. Ja, die Arbeitnehmer werden wirklich immer mehr gerupft. Die könnten aber alle mehr Geld haben, wenn sie bessere Arbeutsverträge hätten. Wenn ich bei der Erstellung der Lohnabrechungen schon sehe, dass einer a) in der AOK ist, b) keinen Bausparvertrag/keinen Aktienfonds, c) keine betriebliche Altersvorsorge und d) keinen pauschalversteuerten Fahrtkostenzuschuss hat erkenne ich bereits, dass sich weder AN, noch AG Gedanken darüber gemacht haben, wie man bei niedrigeren Personalkosten mehr Geld für den Arbeitnehmer rausholen kann. Bin übrigens mal gespannt, wie viele LoJA-Mandate unsere Branche so verlieren wird, weil die Arbeitnehmer denken, dass der StB. sich für sie nicht mehr rechnen.
2. Ja, wir Deutschen trauen uns echt nicht, das Maul aufzumachen, wenn uns etwas nicht paßt. Die Franzosen machen einfach mal einen Generalstreik und das Volk kann das Schlimmste abwenden ("Alle Räder stehen still, wenn mein starker Arm das will!").
3. Der Harald Schmitt hat halt einen guten Steuerberater. Und wenn er Dein Mandant gewesen wär, dann hättest Du ihm dasselbe geraten.
4. Die Änderung von § 15a haben wir letztes Jahr im Herbst bei Herrn Schäfer behandelt und ich finde sie auf jeden Fall richtig.
5. Unser Ali Gator hat die 112.000 ja nicht behalten, sonder "nur" einen Zinsvorteil gehabt.
6. Die Steuerliteratur hat echt schlimme Ausmaße angenommen. Bekomme regelmäßig Briefe und e-Mails vom Beck-Verlag. Wenn es nach denen ginge könnte ich an unser Haus einen Anbau für eine Steuerbibliothek machen und mein Gehalt direkt vollständig nach München überweisen lassen.
7. Das Schwarzbuch ist super.
8. Auch ich bin ein Freund der Amtshaftung. Hast Du den einen Fall von 2004 oder so mitgekriegt, wo auf dem Steuerbescheid ein paar Nullen zu viel drauf waren, der Steuerpflichtige hat einspruch einlegen lassen und das Finanzamt dann das Honorar des Anwalts bzw. Steuerberaters i.H.v. 2,8 Millionen Euro hätte zahlen sollen?
Gespeichert
IceW
Bergtroll
*****
Beiträge: 272


240387802
Profil anzeigen
« Antworten #18 am: Juli 04, 2006, 05:48:03 »

es geht doch nix über sie steuerberater-gebührenverordnung  Engel
Gespeichert

-- Demokratie ist nur die anerkannteste Form von Ungerechtigkeit --
TerranPower
Waldelf
****
Beiträge: 162



Profil anzeigen
« Antworten #19 am: Juli 05, 2006, 12:30:27 »

Jo klar.Am estensind die, die einen hohen Gegenstandswert haben und nur wenig Arbeit verursachen. Hier im Forum sclage ich übrigens die Zeitgebühr von 19 bis 46 Euro zuzüglich 16% USt je angefange halbe Stunde vor.
Gespeichert
Haffax
Küchenwichtel
*
Beiträge: 4

BabylonXL
Profil anzeigen
« Antworten #20 am: August 31, 2006, 05:20:59 »

Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie von Karl Marx (Gebundene Ausgabe - Oktober 2004)

Neu kaufen:  EUR 29,95 EUR 6,95   Auf Lager.


Wenn ihr lieben Leute den guten Herrn Marx gelesen hättet, müsstet ihr euch keinen Kopf mehr drum machen, warum das Kapital die Menschen jetzt verrät. Und sicher würdet ihr nicht denken, dass die Zeichen der Zeit auf den "Niedergang unseres Wirtschaftssystems" zeigen.

Im Gegenteil, es ist der grundlegende Gedanke unseres Wirtschaftssystems, der Marktwirtschaft, dass es das oberste, ja einzige Ziel eines Unternehmens ist, Gewinne zu erwirtschaften. Hohe Gewinne, die dazu dienen können, den Konkurrenten "aus dem Markt zu drängen". Einer von vielen Euphemismen, wie sie so gern benutzt werden in diesen Kreisen. Man könnte treffender sagen, um den Konkurrenten zu vernichten.

Weder die eigenen Arbeitsplätze noch die das Konkurrenten, der Pleite geht, haben den Unternehmer zu interessieren. Das können sie in der Marktwirtschaft auch gar nicht, denn schliesslich hat auch er Konkurrenten, die ihn vernichten wollen. Vernichten werden, wenn er mit den Gewinnen seiner Gegner nicht mithält.

OK, bei uns kommt es erst jetzt zu den echten Auswüchsen der Marktwirtschaft, weil wir vorher die "soziale Marktwirtschaft" hatten, angespornt von unserem Nachbarn im Osten mit Vollbeschäftigung, freier Krankenversicherung und all so nem Zeug. Seit die Alternative fehlt, zeigt das Kapital sein Gesicht offener als vorher. Der Kampf dagegen wird schwerer, vor allem in Deutschland, wo echt keiner auf die Barrikaden steigt. Zumindest nicht in den letzten knapp 40 Jahren.

Nein, was hier passiert ist die Unterwerfung unter die "Zwänge des Marktes", als wären die Regeln des Marktes nicht vom Menschen geschaffen, so wie alle Regeln des menschlichen Miteinanders. Nein, nein, der Markt ist gut, der Markt hat recht. Es ändert sich nichts, weil einige wenige mit diesem System sehr zufrieden sind, die Verlierer nicht auf die Barrikaden gehen und der (kleiner werdende) Rest
keine Idee hat, was man denn anders machen könnte, es war ja schliesslich schon immer so.

Alle Parteien singen das Lied der Freiheit. Aber was sie in ihren Büchern stehen haben, ist die Freiheit des Kapitals. "Die Liberalen" meinen diese Freiheit, nicht die des Menschen. Sie meinen die Freiheit des Unternehmers, sich in einen Kampf auf Leben und Tod zu stürzen. Seine Freiheit, sämtliche Konkurrenten (wenn möglich) auszumerzen. Die neuerdings von den Arbeitsagenturen beworbene Freiheit des Arbeitslosen, sich auf eigenes Risko aus der Sorgepflicht des Staates zu verabschieden, um sich ebenso in diesen ungleichen Kampf zu begeben, in der Hoffnung, dass keiner der Grossen, vielleicht nur aus Versehen, auf ihn tritt und seine Lebensgrundlage zerstört.

Die Freiheit des Kapitals widerspricht der Freiheit des Menschen, denn es soll und muss auch bei unserer technologischen Entwicklungsstufe nicht das primäre Ziel des Menschen sein, sich um seine Existenz zu sorgen. Wir sind de facto in der Lage, die ganze Menschheit mit allem nötigen zu versorgen. Allein die Freiheit des Kapitals, der Götze der Rendite verhindert das. Lässt Menschen in Deutschland bloss verelenden, ausserhalb Europas (auch in den USA) gern auch mal verhungern. Während in Europa Milliarden Tonnen Lebensmittel einfach vernichtet werden. Die Logik des Marktes...

Die Liberalen haben das nie verstanden, scheint mir. Die Grundlage des Liberalismus ist mir sehr sympathisch, Wikipedia sagt dazu "Im Zentrum seiner politischen Philosophie steht das Individuum, dem größtmögliche Freiheit gegeben werden soll, sowie das Prinzip der Nichtaggression." Wie es um die Nichtaggression steht, habe ich glaube ich zur Genüge dargelegt. Wer für die Freiheit des Kapitals ist, kann nicht für die Nichtaggression sein. Aber das ist es, was sich alle Parteien, selbst SPD und Grüne, auf die Fahnen geschrieben haben. Und die Linkspartei bleibt ebenfalls zum Grossteil bei der verkürzten Darstellung, dass ja bloss das Grosskapital böse ist, anstatt das Kind beim Namen zu nennen:

In einem System, in dem das Kapital die grösstmögliche Freiheit hat, wird dieses immer den Menschen knechten. Dort gibt es weder Gerechtigkeit noch Freiheit für den Menschen.

"Die Dinge sitzen im Sattel und reiten die Menschheit." (Emerson)
Gespeichert

Klingt komisch, is' aber so.
Fröschli
Überzwerg
***
Beiträge: 87



Profil anzeigen
« Antworten #21 am: August 31, 2006, 09:31:15 »

Hallo Haffax,
 
ein neues Gesicht in diesem Forum ist wirklich selten, von daher wünsche ich Dir viel Spaß hier.  Zwinkernd
Ich für meinen Teil habe Marx nicht gelesen aber ich glaube der gute Herr Fuchs, der Autor dieser Satire, schon.
Ich sehe die Dinge nicht so dramatisch wie Du, denn ich denke, dass eine kommunistische Wirtschaftsordnung nicht funktionieren kann.

VlG
Fröschli

Gespeichert
Haffax
Küchenwichtel
*
Beiträge: 4

BabylonXL
Profil anzeigen
« Antworten #22 am: August 31, 2006, 10:14:03 »

Danke. Ich hab gedacht ich bring hier mal etwas Schwung rein Zwinkernd


Dass der Kapitalismus auch nicht funktioniert, sieht man an allen Ecken und Enden der Welt. Davon abgesehen hab ich nicht gesagt, dass ich mir Kommunismus wünsche, mit Sicherheit keinen sowjetischer Prägung. Aber ein libertärer Sozialismus, der hätte vielleicht schon etwas, womit ich mich anfreunden könnte (siehe Chomsky). Die Behauptung, dass ein "kommunistisches" System nicht funktionieren kann, halte ich jedenfalls für sehr gewagt. Hängt natürlich auch von der Definition des Begriffs ab. Das ist aber ein zu weites Feld, dieses Fass mach ich heut Abend nicht mehr auf Zwinkernd
Gespeichert

Klingt komisch, is' aber so.
Herr Fuchs
Moderator
Hügelriese
*****
Beiträge: 998



Profil anzeigen
« Antworten #23 am: September 01, 2006, 03:00:29 »

Geehrter Herr Haffax,

*reusper* selbstverständlich hat Herr Fuchs das Kapital gelesen und wird morgen zu Ihrem Beitrag eine Stellungnahme abgeben. Vorab danke ich Ihnen für Ihren ausführlichen Kommentar 

Mit freundlichen Grüßen
Herr Fuchs
Gespeichert

Herr Fuchs
Moderator
Hügelriese
*****
Beiträge: 998



Profil anzeigen
« Antworten #24 am: September 01, 2006, 07:36:09 »

Sehr geehrter Herr Haffax,

In Bezug auf Ihr Schreiben möchte ich Ihnen uneingeschränkt beipflichten. Das Kapital wurde und war schon immer die Geißel der Menschheit. Eine interessante Alternative böte das Wirtschaftssystem Jugoslawiens aus den 60er Jahren, der so genannte „Dritte Weg“, der einen Mittelweg zwischen der sozialen Marktwirtschaft und der sozialistischen Planwirtschaft beschreitet. Hierbei befindet sich lediglich die Großindustrie im verstaatlichten Volkseigentum jedoch bleibt das Privateigentum und mittelständische Unternehmen in der Hand privater Marktteilnehmer. Auch die Konkurrenzsituation dieses Wirtschaftssystems war nicht ausgeschaltet, sondern wurde bisweilen sogar gefördert. Der einzige Unterschied bestand in der unternehmerischen Zielsetzung der Großindustrie, nämlich die Beschäftigungsmaximierung im Kontrast zur Erfolgsmaximierung.

Mit freundlichen Grüßen
Herr Fuchs   
Gespeichert

Seiten: 1 [2]
  Drucken  
 
Gehe zu:  

Powered by MySQL Powered by PHP Powered by SMF 1.1.8 | SMF © 2006, Simple Machines LLC Prüfe XHTML 1.0 Prüfe CSS