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Herr Fuchs
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« am: Mai 17, 2006, 06:44:43 » |
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Gott zum Gruße liebe Freunde
Hingegen der weitläufigen Meinung verdient man mit dem Verfassen minderwertiger Lektüre nicht soviel Geld, dass man sich damit den Unterhalt von Leibeigenen leisten kann. Eine Ausnahme bilden hierbei sicherlich die Drehbuchautoren von Marienhof und GZSZ. Meine Wenigkeit steht jedoch, von Zeit zu Zeit, unter dem Zwang, die persönlichen Wochenendeinkäufe selbst zu erledigen.
Leser A (höhnisch): Na, hättest Du was Anständiges gelernt, dann hättest Du auch die nötige Kohle, harharhar
Ja, ich muss Ihnen leider beipflichten. Wie auch immer bleibt es mir an jedem 1. Samstag des Monats, wenn der Wonnemond den Zenit des 3. Berges überschreitet und die Wipfel der alten Ulmen am Grabeshügel meiner Väter in leuchtendem Purpur erstrahlen…
Leser A(schreiend): WAS? Bist Du schwul, oder so was?
Nun gut, halten wir es literarisch einfach. Also, am großen Tag der eintreffenden Sozialhilfe ist der Kühlschrank schon lange leer.
Leser A (versteht): AHHH, jetzt ist es klar. Sozialhilfe, das kenne ich…
An besagtem Tage bleibt es mir nun nicht erspart, dem örtlichen Supermarkt einen Besuch abzustatten. Diesem Sündenpfuhl des modernen Manchester-Kapitalismus kann auf Dauer nichts und niemand entrinnen.
Leser A (schreiend): Dann friss doch Gras, Du Idiot…
Das bliebe zu überlegen. Hierzu noch eine Bauernweisheit: „ Friss Heu und Stroh, das bringt Dich flott aufs Klo.“ Schon die Reise nach Sodom entpuppt sich als Spießrutenlauf. Wie jeden Samstag um 9 Uhr steht Opa Knoschke bereits seit Stunden auf den Treppen seiner Haustüre. Zu meinem Entsetzen trägt er auch heute nur wieder eine grau-grüne Wehrmachtunterhose von anno 1940. Da er Sie bereits in den letzten drei Wochen trug, schwindet in diesem Moment auch die letzte Hoffnung, dass er Sie seit den Tagen des Krieges jemals ausgewechselt hatte.
Opa Knoschke(laut rufend): Moin Bursche! So früh wieder auf den Beinen? Wohl nix mehr zum Fressen im Kühlschrank hohohoho. Als wir damals in Russland waren, 40/41, da haben wir nur die Pferde gefressen aber die wahren schon seit 6 Wochen kaputt hohohoho, da hat sich auch keiner beschwert. Supermarkt! Das kannten wir überhaupt nicht. Und wenn der Kamerad, der zwei Wochen vorher ne Granate in die Schnauze bekommen hat, noch nicht gestunken hat, dann…hohoho! Guck, da ist noch die Narbe von meinem ersten Bauchschuss, das war so ein verdammtes Flintenweib….Guck….Guck….“
An diesem Punkt gelingt es mir meistens, das Gespräch durch einige freundliche Einwürfe zu beenden. Beispiele hierfür sind: „ Jo, nächste Woche wird es wieder wärmer“, oder „ Jo, es ist eben nichts mehr so, wie es einmal war…“ In der Regel ist Opa Knoschke dann sehr verzückt und widmet sich weiter der Suche nach seinem Dackel „Alberich“, der wie jeden Samstag gerade dabei ist, vor meine Haustüre zu kacken. Dabei schaut er mich immer voller Hohn und Spott an. Ich möchte nur wissen, was er in diesem Moment wohl denken mag.
Alberich (verächtlich): „ Du wirst mich nie daran hindern vor Deine Tür zu scheißen. Noch in 1000 Jahren werde ich jeden und jeden Tag meinen Haufen dort abladen, wo er hingehört. Schau genau hin…Guck…Guck…Guck“
Das Schließen der Autotür erspart mir Schlimmeres. Für einen Moment bin ich wieder für mich alleine, isoliert und abgeschirmt. Ruhe kehrt wieder ein. Dann sehe ich Sie. Wie jeden 1. Samstag, wenn der Wonnemond den Zenit des dritten Berges…
Leser(schreiend): Bleib gefälligst beim Thema, Du Arsch…
Verzeihung! Also, wie jeden 1. Samstag im Monat geht sie morgens, recht früh, aus dem Haus. Bereits von weitem hört man den dumpfen Klang ihrer Gucci-Stiefel über den dumpfen Pflasterstein hinwegschallen. Leicht und voller Anmut wellt sich ihr langes blondes Haar über Ihre schmalen, zierlichen Schultern. „ Ob Sie mich wohl heute grüßen wird? Vielleicht sieht Sie ja nicht den Rost an meinem Auto? Vielleicht bemerkt Sie endlich die Delle in meiner Hose, die ihre Ankunft bereits von weitem ankündigt, vielleicht…“ Wie immer an diesem Punkt werden meine Träume jäh unterbrochen! Vor ihrer Türe hält, wie jeden Samstag, ein riesiger Schlitten und aus dem Innenraum erschallt, wie jeden Samstag, der liebliche Klang des Geldes.
Das Kapital(laut): Ähh, steig ein, ich habe keine Zeit, mach jetzt! Los!
„Oh, sie wird zum ersten Mal seit sechs Wochen wieder von einem Mercedes abgeholt. Das Gesetz der Serie. Sollte es sich wiederholen? Ja, so ist es oftmals. Herr Armani, und auch seine Freunde, sind teuer in der Anschaffung. Da muss sich stets ein nobeler Spender finden, der auch gerne bereit ist, aus dem Vollen zu schöpfen, wenn es darum geht, das Geld des Vaters auszugeben. Bevor ihr liebliches Haupt in den Fängen des Kapitals verschwindet, streifen Ihre Blicke zum letzten Mal die Meinigen. Wie ein Feuer brennen sich Ihre Gedanken in mein Herz
Die Schönheit (voller Herablassung): „Du wirst mich nie bekommen! Niemals! Schau, was Du verpasst! Ich habe Klasse aber Du ...Guck…Guck…Guck…“
Voller Wehmut beginne ich meine Reise nach Golgatha. Schon nach wenigen Minuten hänge ich hinter der ersten S-Klasse fest. Der Eigner weigert sich, wie jeder Fahrer eines solchen Autos, standhaft, die 35 Km/h Grenze auf der Schnellstraße zu überschreiten. Vielleicht hindert ihn auch der Hut auf seinem Kopf daran, schneller zu fahren. So ein Zylinder über den Augen kann beim Beschleunigen hinderlich sein. Ich warte dann immer auf den Moment, dass diese Veteranen der beiden Weltkriege beim Abbiegen die Scheibe herunterlassen und mit Hilfe des Führergrußes dem Hinterherfahrenden die Fahrrichtung signalisieren. Nun kommt der Punkt, wo ich in der Regel einnicke. Nach einigen Minuten werde ich durch den schrillen Klang einer Durchsage auf dem Parkplatz des Supermarktes wieder unsanft geweckt
Eine Krähe(krächzend): Frau Schweins, bitte die 3, Frau Schweins, bitte..
Ich falle, wie hypnotisiert, aus der Türe. Noch etwas desorientiert möchte ich mir einen der letzen Einkaufswagen sichern, doch leider habe ich diese rüstige Rentnerin mit dem Gehstock vor mir völlig unterschätzt. Wie von einer Tarantel gebissen, spurtet sie von einem Ende des Parkplatzes zum anderen, hin zu den Einkaufswagen, um sie ALLE zu blockieren. Ihr höhnisches Grinsen bleibt mir nicht verborgen, als wolle sie mir sagen
Rentnerin(grinsend): „Guck, jetzt musst Du warten und Du wirst solange warten, bis ich eine Parkmarke gefunden habe. Harharhar…Guck…Guck“
Die Minuten vergehen, ohne dass etwas Entscheidendes geschieht. Die Pensionärin findet unterdessen einige interessante Dinge in ihren Taschen, allerdings nichts, was sie in die Lage versetzen könnte, einen Wagen aus dem Stellhaus zu lösen. Doch plötzlich geschieht etwas. Ihr grinsen wandelt sich zu einem freundlichen Lachen. In mir erstarkt die Hoffnung, dass ich nun endlich auch einen Wagen lösen kann, um meinen Kreuzweg zu beginnen. Lächelnd dreht sich die ältere Dame zu mir um und lässt mich an ihrem Fund teilhaben.
Renterin(triumphierend): Sehen Sie, das ist mein Mutterkreuz. Das wurde mir 43, nach der Geburt meines fünften Sohnes, persönlich vom Führer verliehen. Mein Ältester war da schon Fähnleinführer in der Hitlerjugend. Wollen Sie mal die Bilder sehen? Die habe ich nämlich zufällig dabei, bitte gucken Sie…
Nach weiteren 15 Minuten ist auch diese Folter endlich beendet und mich trennen nur noch wenige Meter von Gomorrhas Toren, doch da bemerke ich einen kleinen Kobold an einem Werbestand, der mich von der Seite anzischt.
Kobold (forsch): „Darf ich DICH kurz was fragen? Willst Du Tiere retten?“
Dankend lehne ich ab und merke dabei an, dass mir Tiere am besten gefallen, wenn sie vorher zwei Stunden bei Umlaufhitze im Backofen verbracht haben. Leider zeigt dieser Jokus nur geringe Wirkung auf meinen Kobold.
Kobold(forsch): „ Du kannst auch Bäume retten, wenn Dir das lieber ist. Von mir aus auch Bäume aus dem Urwald, wenn Du Dich dann besser fühlen solltest…“
Meine Freundlichkeit nimmt jetzt etwas ab. Ruhig, aber bestimmt, entgegne ich, dass man Bäume nicht braten kann und dass ich von daher noch weniger Interesse daran habe, sie zu retten.
Kobold(forsch und hüpfend): „Und was ist mit Kindern! Jeder will die Kinder retten! Es spielt doch keine Rolle, was Du rettest, die Hauptsache ist doch, dass Du hier am Stand was unterschreibst, guck…guck.“
Nun sehe ich mir meinen lästigen Begleiter zum ersten Mal etwas genauer an. Aus seinen kaum volljährigen Augen glänzt bereits ein Vorstrafenregister, worauf jeder lebenslänglich einsitzende Vater stolz sein könnte.
Vater im Knast(stolz): „ Das ist mein Sohn, der kommt ganz nach mir. Seine Mutter war ne billige Straßennutte…“
Sofort beginnt der Kobold zu zischen. Mit der linken Hand sichere ich meinen Geldbeutel in der Hosentasche. Während des Zischens fallen Wörter wie:“…kaufen…Vertrag…spenden…Kündigung…sofort…Kinder und Bäume…Walfische und Gorillas.…monatliche Zahlung…es gibt auch etwas zu gewinnen“. Als der Vortrag zu Ende ist, schrecke ich, wie aus einer Trance befreit, hoch. Wider mein Wissen hat meine rechte Hand während des Sekundenschlafes irgendetwas unterschrieben. Obwohl ich mir ziemlich sicher bin, dass ich die ganze Zeit meinen Geldbeutel fest umklammert hielt, sehe ich meine Bankverbindung auf sechs bis sieben verschiedenen Formularen auftauchen. Vor Verwunderung reibe ich mir die Augen. Als ich sie wieder öffne, ist der Kobold mitsamt seinem Werbestand verschwunden. „ Habe ich das etwa alles nur geträumt?“ Ich setze meine Reise fort. Doch urplötzlich überkommt mich ein innerer Drang. Ein Gefühl, als müsste ich zerspringen, falls ich mir nicht umgehend Erleichterung verschaffen würde. Von den Kräften der Natur übermannt eile ich zur erst besten Toilette. Dort erwartet mich bereits ein freundlicher und zuvorkommender Schimmelpilz. Vor ihm steht eine kleine goldene Schale, worauf in großen Lettern folgendes zu lesen ist, „ Pissen 1 Euro.“ Ich versuche mich ungesehen an dem Pilz vorbei zu schleichen, doch sein Geflecht versperrt mir die Türe und bemächtigt sich eigenwillig meines Geldbeutels. Hätte ich doch bloß freiwillig gezahlt, dann wäre es mit einem Euro getan gewesen, so aber sehe ich nur, wie der Schimmelpilz das Münzfach über seiner Opferschale entleert. Diese scheint keinen Boden zu besitzen, denn egal wie kräftig der Pilz auch schüttelt, sie wird nie voll. Als ich nun die Türe zum Klosett öffne, überkommt mich das Grauen. Der Gestank und die Dämpfe rauben mir fast die Sinne. In einer Ecke des Raumes liegen die Gebeine einer Putzfrau. Aus dem Grad ihrer Verwesung schließe ich, dass sie bereits seit Jahrzehnten dort liegen muss. Mühsam stelle ich mich an das Stehpissoire. Allerlei Lebensformen, die innerhalb dieser Schüssel seit Jahrhunderten eine friedliche Co-Existenz führen, versuchen nun mit mir in Kontakt zu treten. Aus ihren Bemühungen heraus schließe ich, dass sie in mir eine Art Wiedergeburt einer Gottheit sehen. Ich beende dieses makabere Schauspiel, indem ich die Spülung betätige und damit diese friedliche Kultur in ihrer gesamten Existenz auslösche. Während ich damit beschäftigt bin, meine bescheidene Männlichkeit von den letzten Tropfen des Harns zu befreien, öffnet sich erneut die Türe zu der kleinen Kammer. Erschrocken blicke ich hinüber, um zu sehen was mich nun erwartet. Doch genau kann ich es nicht erkennen. Es sind einfach nur Berge von Fleisch und Schweiß, die sich an mir vorüberdrängen und erst neben mir am zweiten Klosette zur Ruhen kommen. Schemenhaft erkenne ich nun so etwas ähnliches wie eine dicke Hornbrille, eine Nase, vielleicht sogar auch einen Mund. Das Gesicht wirkt freundlich, nicht strafend oder vorwurfsvoll. Die Ruhe wird durchbrochen, als der Fleischberg neben mir damit beginnt, Geräusche abzusondern, die einer primitiven Form der Sprache recht ähnlich sind.
Fleischberg(triumphierend): „Heute lassen wir mal die ganze Brühe da! Guck…guck…guck hohohohoho“
Wie aus dem Nichts sprudelt eine Urquelle des Lebens aus nicht zu identifizierenden Körperöffnungen. Begleitet wird diese lieblich plätschernde Musik von allerlei dumpfen Posaunenklängen, die sich irgendwo auf der Rückseite des Berges versuchten zu entladen. Ein ehrfürchtiger Schauer durchläuft meine Knochen. Mir blieb nichts übrig, als mich vor lauter Demut und Bewunderung vor dieser göttlichen Erscheinung auf die Knie zu werfen. Einige Gebete verlassen daraufhin meinen Mund. „ Segne mich oh Du Allmächtiger und lasse Deinem demütigen Diener Deine Gnade zuteil werden.“ Der Glanz dieser Göttlichkeit und Der Geruch der Posaunenklänge rauben mir letztendlich die Sinne. Als ich wieder zu mir komme, finde ich mich vor der Türe des Klosetts wieder. Die Erscheinung ist verschwunden. Vor mir steht lediglich das Pilzgeflecht und schüttet erneut den Inhalt meines Geldbeutels in seine Opferschale. Diesmal ist die Schale silbern und es ist zu lesen. „ wenn Du kommst heraus, schüttle Dein bestes ordentlich aus.“ Ich sehe nur noch einige Scheine in dem Höllenschlund versinken, bevor ich erneut das Bewusstsein verliere.
Hekate (kreischend): „ Der Nächste“ Hexen(im Chor): „Der Nächste“
Ich komme erneut zu mir und finde mich vor der Wursttheke wieder. Hinter der Theke sehe ich ein Gewirr von Leibern. Zuckend und kreischend tanzen sie um das Gebein eines geschlachteten Schweins. Ihre Anführerin versetzt mich in tiefe Angst. Ständig gibt sie mythische Beschwörungsformeln wieder.
Hekate (geifernd): „ Darf es auch mehr sein…haben wir nicht…der Nächste…das müssen Sie erst vorbestellen…“ Hexen (wiederholen alles was die Hekate sagt im Chor)
Die anderen Hexen scheinen die Hekate als eine Art Urmutter aller Hexen anzusehen, sozusagen als ihre Königin und geistige Führerin. Vor mir in der Reihe sehe ich wieder die Rentnerin vom Parkplatz. Sie scheint einige preußische Märsche vor sich herzusummen. Mir scheint als erkenne ich „ Preußens Glorie“ oder „Heil Dir im Lorbeerkranz“. Zwischendurch vernehme ich allerdings auch einige Kampflieder der SA „ Die Fahnen hoch…“. Ich wende mich von der Szene ab und hoffe, dass ich bald bedient werde. Ich sehe unterdessen in meinen Einkaufswagen hinein. Darin finde ich viele Dinge, die ich so niemals gewollt haben kann. Damenbinden, Plüschtiere( natürlich reduziert), Tütensuppen von der Firma Fettig usw.! Verwunderung umfängt mich. Das muss alles während meiner Zeit der Besinnungslosigkeit geschehen sein. Ich schaue mich um. Zwischen den Regalen sehe ich kleine Wichtel geschäftig hin und her eilen. Sie tragen kleine weiße Kittel und Namensschilder. Mir scheint als seien sie damit beschäftigt, heimlich Dinge in die Einkaufswägen zu füllen, ohne, dass es die Kunden bemerken. Als sie meine Blicke bemerken, verschwinden sie wieder zwischen den Dosensuppen und den Fertiggerichten. Ich widme mich wieder der Fleischtheke. Die Rentnerin ist immer noch nicht fertig mit ihren Bestellungen. Interessiert und ungeduldig versuche ich dem Gespräch zwischen ihr und der Hekate zu lauschen.
Rentnerin(überlegend): Bitte geben Sie mir EINE Scheibe von der Jagdwurst. Aber bitte von der Guten. Nicht so dick wenn es geht und machen Sie vorher bitte die Haut ab, das stört beim Essen
Hekate: (gemeinsam mit dem Chor der Hexen): EINE Scheibe Jagdwurst
Ich bin fassungslos, wie kann man nur eine Scheibe Wurst bestellen?
Rentnerin(unsicher): „ ich hab es mir anders überlegt, geben Sie mir lieber ZWEI Scheiben von der Salami, aber bitte von der Geräucherten nach Holzfäller Art.
Hekate(gemeinsam mit dem Chor der Hexen): „ZWEI Scheiben Salami“
Irgendetwas Magisches scheint im Gange zu sein. Eine Art Beschwörung oder ein sonstiger Kult, den ich nicht begreifen kann. Der Raum um mich herum verdunkelt sich langsam. Grüne Nebelschwaden steigen aus dem Boden auf. Zwischen den Regalen tanzen fremdartige Irrwische gemeinsam mit Wichteln. Diese Tänze wirken auf mich höchst Obskur, als kündigten sie etwas großes, etwas unglaubliches an. Die Hexen unterdessen vollführen allerlei unzüchtiges Gebaren. Eine von Ihnen reitet auf einem geilen Hammelbock umher. Es blitz und donnert von der Decke herab. Das Ritual scheint langsam seinen Höhepunkt zu erreichen. Die Tänze werden immer wilder und schamloser…
Rentnerin: „Oder hören Sie mal bitte Fräulein. Geben Sie mir doch lieber DREI Scheiben von der Blutwurst. Aber bitte die aus dem Angebot“ Hekate(mit dem Hexenchor): DREI Scheiben Blutwurst, es ist vollbracht. Harharhar
Die magischen Beschwörungen erreichen ihren Höhepunkt. Um mich herum erscheint alles verschwommen. Ich verliere erneut die Besinnung. Als ich wieder zu mir komme sehe ich zunächst meinen Einkaufswagen. Er ist über und über beladen mit nutzlosen Dingen. Hinter mir höre ich noch wie einer der Wichtel kichernd unter den Kartoffelklößen verschwindet. Ich versuche mich aufzuraffen. Meine Glieder schmerzen. Ich scheine mehrere Stunden zwischen den Senfgläsern gelegen zu haben. Mit letzter Kraft kralle ich mir einen der umherhüpfenden Wichtel um ihn zu fragen wie ich zu den Kassen komme
Wichtel(boshaft): Ab hier noch 50 Meter
Ich verstehe sein Rätsel nicht und Frage erneut. „ In welche Richtung muss ich 50m gehen, nach links, oder nach rechts, wo bin ich überhaupt?“
Wichtel(noch boshafter): Ab hier noch 50 Meter
Er entgleitet meinen fast tauben Händen und verschwindet im Einkaufswagen eines älteren Herren, der offensichtlich noch nicht genug eingekauft hat. Ich greife in meine Tasche um herauszufinden wie viel Geld mir der Toilettenpilz noch gelassen hat. Die Scheine und Münzen sind weg, das war abzusehen, aber was ist mit meiner EC-Karte. Ich kann sie nicht finden. Ich muss sie zuhause vergessen haben. Das heißt, ich kann meinen Einkauf nicht bezahlen. Vor Schreck bleibt fast das Herz stehen. Die Erkenntnis, dass ich zahlungsunfähig bin muss einen bösen Zauber bewirkt haben. Um mich herum wird alles unscharf und verschwindet im Nebel. Nach wenigen Sekunden sitze ich wieder in meinem Auto. War das etwa alles nur ein böser Traum. Ich greife zu meinem Geldbeutel. Er ist leer, jedoch habe ich nichts eingekauft. Mein Blick schweift zur Eingangspforte des Höllentempels. Es ist 20 Uhr. Unter mächtigem Getose schließt sich das Portal und versinkt im Erdboden. Am Montag wird ES dort wieder auftauchen und neue Wanderer in seinen Bann ziehen. Bis dahin bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als wieder den Gedanken vom Heu und Stroh aufzuwerfen.
Hochachtungsvoll Herr Fuchs
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